Stottern

Stottern – mehr als eine Störung des Redeflusses

Stottern ist per Definition eine zeitweise auftretende, willensunabhängige, situationsabhängige Redeflussstörung.

Charakteristika des Stotterns sind

  • angespanntes, stummes Verharren in der Artikulationsstellung (tonisches Stottern)
  • Laut-/Silben- oder Wortwiederholungen (klonisches Stottern)
  • Dehnungen und Vermeidungsreaktionen (Wortvertauschungen, Satzumstellungen).

Über 1 % der deutschen Bevölkerung ist von Stottern betroffen, bei Kindern sogar 4 Prozent. Zur Ursache werden verschiedene Entstehungstheorien diskutiert. So geht man neben genetischen und organischen Erklärungsmodellen auch von sprachlichen, psychologischen und sozialen Faktoren aus. In den meisten Fällen beginnt dieses Syndrom während der Sprachentwicklung, genauer zwischen dem 3. und dem 6. Lebensjahr. Nur in sehr seltenen Fällen entwickelt sich ein Stottern im Schuleintritts-, Jugend- oder Erwachsenenalter.

In der sprachtherapeutischen Behandlung wird je nach Alter und Schweregrad der Störung auf mehreren Ebenen gearbeitet. Direkte Ansätze können beispielsweise darauf ausgerichtet sein. Teilaspekte des Spechmusters (Atmung, Sprechtempo oder -melodie) zu verändern, bereits flüssig gesprochene Anteile systematisch auszuweiten oder durch Sprechstopps zu intevenieren. Indirekte Therapieansätze suchen kommunikative oder situative Stressoren abzubauen, die persönliche Einstellung gegenüber dem Stottern zu versachlichen oder musische Übungen zur verbesserten Koordination von Wort, Bewegung und Rhythmus anzubieten. Auch psychotherapeutische Angebote oder die Vermittllung von Entspannungstechniken können Stotterern helfen.