Legasthenie – Wenn das Gehirn anders arbeitet

Legasthenie – Wenn das Gehirn anders arbeitet

Wenn Texte nur schwer bis gar nicht gelesen werden können, liegt das häufig an einer Legasthenie, der sogenannten Lese-Rechtschreib-Störung (LRS). Rund 4% der deutschen Bevölkerung leiden unter dieser Krankheit, die ihnen vor allem in Schulzeiten das Leben erschwert. Obwohl Legasthenie nichts mit der Intelligenz zu tun hat, leiden meist die Noten und zusätzlich auch die Psyche der Betroffenen unter der Beeinträchtigung.

Was ist Legasthenie

Betroffenen erfassen Texte meist nur langsam, wodurch auch das Vorlesen nicht flüssig und ansprechend betont vollzogen werden kann. Wörter, Phrasen, Sätze oder auch ganze Abschnitte werden verwechselt und können dadurch nicht richtig verstanden werden. Dies liegt daran, dass im Gehirn keine strukturellen Sequenzen basierend auf lautlichen Signalen entwickelt werden können. Dadurch ist nicht nur das Lesen, sondern eben auch das Schreiben beeinträchtigt. Natürlich möchte man den Menschen, die an Legasthenie leiden, helfen, weshalb stetig Studien durchgeführt werden, um die Abläufe im Gehirn zu verstehen und basierend auf den Ergebnissen Therapieformen zu entwickeln.

Abweichende Gehirnaktivitäten bei Menschen mit Legasthenie

So auch Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts, die in einer Studie die Gehirnaktivitäten von betroffenen und gesunden Probanden während des Leseprozesses miteinander verglichen. Die Resultate zeigen, dass im Gehirn eines Legasthenikers andere Verarbeitungsschritte vollzogen werden. So zeigte sich, dass die Areale, die für die Verarbeitung von Schrift verantwortlich sind, bei Patienten mit Legasthenie auffallend geringer aktiviert waren als bei gesunden Menschen. Besonders der mediale Kniehöcker, der im Metathalamus liegt und mit für die Verarbeitung auditiver Signale verantwortlich ist, scheint „fehlerhaft“ zu arbeiten. Somit handelt es sich um eine Störung in einer der ersten Ebenen, die sprachliche Signale passieren müssen. Dort auftretende Fehler werden weitergegeben und führen zu fehlerhaften Verarbeitungen resultierend in Lese- oder Rechtschreibstörungen.

Mittels dieser Erkenntnis ist es Wissenschaftlern, Ärzten und Therapeuten möglich, Legasthenikern besser zu helfen und ihnen ihr Leben zu erleichtern.